
Verwendung von UV-Licht in der Textilherstellung
Die meisten Menschen denken, dass UV-Lampen nur dazu dienen, Keime abzutöten oder die Haut zu bräunen. In der Textilindustrie werden sie jedoch für etwas viel Interessanteres eingesetzt: die Photopolymerisation. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Art „magischer“ Prozess – mit Licht wird ein Flüssigkeitsstoff quasi augenblicklich in einen festen Stoff umgewandelt.
Es ist, als wäre es Magie: Wenn man ein flüssiges Monomer mit dem richtigen Licht bestrahlt, entsteht sofort ein fester Polymer. Wir nutzen diese Systeme an verschiedenen Stellen in der Produktionslinie, damit aus einem rohen Stoffballen ein Kleidungsstück entsteht, das man tatsächlich tragen kann.
Wie der Aushärtungsprozess funktioniert
Wir verwenden meist UV-C- oder UV-A-Lampen. Wenn man eine UV-aushärtende Tinte oder Beschichtung auf Stoff aufträgt, trifft das Licht auf die sogenannten „Photoinitiatoren“. Dadurch wird eine chemische Reaktion ausgelöst, die die Beschichtung fest in die Fasern des Stoffs einbaut.
Doch die Intensität des Lichts muss genau richtig sein. Ist sie zu gering, bleibt die Tinte klebrig – man bleibt daran hängen, wenn man sie berührt. Ist sie zu hoch, können die synthetischen Fasern beschädigt werden oder der Stoff schrumpft. Es handelt sich also um ein feines Gleichgewicht.
Wo wir UV-Licht tatsächlich einsetzen
Ich sehe diese Lampen meist an drei Orten:
Digitales Drucken: Bei der Druckierung auf Polyester- oder Nylonstoffen sorgen UV-Lampen dafür, dass die Tinte fest haftet. Dadurch vermeiden wir, dass die Farben verschmieren – die Designs bleiben dadurch klar und deutlich.
Funktionelle Beschichtungen: Beispiele sind wasserabweisende oder feuerresistente Stoffe. Früher wurden dazu riesige Heizöfen verwendet. Heute nutzen wir UV-Licht – dadurch wird weniger Platz auf dem Fabrikboden benötigt.
Verkleben: Bei nahtlosen Kleidungsstücken ersetzen wir Nadeln und Faden durch UV-aushärtende Klebstoffe, um die Nähte zusammenzubinden.
Die schwierige Seite: Die Technik
Hier liegt das Problem: Hochleistungs-UV-Lampen werden sehr heiß. Während das UV-Licht die Aushärtung bewirkt, kann die mit dem Licht einhergehende Infrarotwärme dünne Stoffe verformen. Man kann die Lampen nicht einfach so einstellen und vergessen – man muss die Geschwindigkeit des Transportbands sowie die Leistung der Lampen genau regulieren.
Wenn das Band zu langsam läuft, wird der Stoff übermäßig ausgehärtet und wird brüchig. Ist die Geschwindigkeit zu hoch, ist die Verbindung zwischen den Stoffteilen schwach – das Kleidungsstück zerfällt bereits bei der ersten Wäsche.
Außerdem braucht man ein gutes Kühlsystem. Wenn die Lampen überhitzen, sinkt ihre Leistung – und plötzlich sinkt auch die Qualität des Endprodukts.